
Bagnacavallo verbindet ihren Namen mit einer antiken Legende, die von einer wundertätigen Heilquelle erzählt, die das Pferd von Tiberius tränkte und dieses wieder zu Kräften gelang.
Das eindrucksvolle, gut erhaltene Stadtzentrum, das künstlerische Vermögen, die Traditionen, die schmackhafte Küche und die, sie umgebene, grüne Landschaft, machen aus Bagnacavallo, eine der beliebtesten Urlaubsziele der Provinz Ravenna. Ein Ort, den man immer wieder gern besucht und immer wieder neu entdeckt.
Im Herzen des Stadtkerns liegt Piazza della Libertà. Von hier aus gehen, von Arkaden gesäumte, Strassen ab, hier befinden sich mittelalterliche Gebäude, wie der Palazzo Vecchio (12. – 13. Jh.) und der Stadtturm (13. Jh.), in dem zwischen 1848 und 1849 Stefano Pelloni, "Passator cortese" genannt, eingesperrt war und hier stehen elegante Gebäude, die zwischen Ende des 18. Jh. und der ersten Hälfte des 19. Jh. erbaut wurden, wie das neoklassizistische Rathaus und das, für seine angesehene Schauspielsaison, renommierteTheater Goldoni.
Zwischen der Via Trento Trieste, wo sich die Kirche del Suffragio (der Fürbitte) befindet und des Innenhofs von Palazzo Vecchio, gibt es eine, einst zur Verteidigung der Stadt benutzte, Souterrain-Galerie (14. Jh.).
In der antiken Hauptstrasse Via Mazzini, stehen interessante Gebäude. Der Palazzo delle Opere Pie (der Wohltätigkeit) und die Stiftskirche Heiliger Erzengel Michael, die im Chor die Tafel Heiland und Heilige, des Malers Bartolomeo Ramenghi, "Bagnacavallo" genannt, beherbergt. Außerdem der Palazzo Longanesi-Cattani, die Kirche del Carmine, Palazzo Abbondanza, Palazzo Folicaldi und zum Abschluss dieses Rundgangs, das Obere Tor. Bei der Besichtigung sollte die hübsche Vicolo degli amori (Liebesgasse) nicht vergessen werden, eine enge, malerische, an das ehemalige Kloster des Karmeliterordens, angrenzende Gasse.
In der Via Garibaldi stehen der Palazzo Gradenigo (18. Jh.) und die so genannte Torraccia (13. Jh.), die Kirche und das Kloster San Giovanni, wo 1822 Allegra, die Tochter des Dichters Lord Byron starb.
In der engen Via Garzoni befinden sich Palazzo Liverani und Palazzo Randi und in der Via Diaz der elegante Palazzo Graziani (18. Jh.), mit dem Botanischen Garten, Giardino dei Semplici (Naturgarten) genannt.
Ein Besuch in Bagnacavallo, muss selbstverständlich eine Besichtigung von Piazza Nuova, dem Stadtsymbol mit einschließen. Der schöne, ellipsenförmige und von Bogengängen eingeschlossene Platz, wurde zwischen 1758 und 1759 als Markthalle erbaut. Heute beherbergen die Bogengänge kleine Geschäfte.
Die Klosteranlage San Francesco (13. Jh.) wurde mehrmals umgebaut und im 18. Jahrhundert teilweise wieder aufgebaut. In ihrem Innern beherbergt sie den herrlichen Saal Oriani, der ehemalige Speisesaal der Klosterbrüder.
Das städtische Museum der Kapuzinerinnen Museo Civico delle Cappuccinebewahrt echte Schätze auf: die städtischen Kunstsammlungen, mit Werken aus dem 16. und 19. Jahrhundert, die moderne Pinakothek und das Kabinett der antiken und modernen Drucke Gabinetto delle Stampe antiche e moderne, mit einer interessanten Kollektion von Kupferstichen der Meister der Kupferstechkunst. Der naturwissenschaftliche Bereich ist aus didaktischen Gründen mit dem, unmittelbar vor der Stadt liegenden, Gutshof Pantaleone verbunden, einem 6 Hektar großen Gebiet mit ökologischem Gleichgewicht.
Wenn man die Porta Pieve (Pfarrei Tor) durchschreitet und die Allee entlang geht, erreicht man die Pfarrkirche San Pietro in Sylvis (7. Jh.), eines der Schmuckstücke von Bagnacavallo. Der Bau der herrlichen, dreischiffigen Pfarrkirche, mit schönen Marmors und bedeutenden Freskenmalereien aus dem 14. Jahrhundert, geht wahrscheinlich auf die ersten Jahre des 7. Jahrhunderts zurück und ist eine der best erhaltenden Pfarrkirchen in der Romagna.
Das Patronatsfest von Bagnacavallo, zur Verehrung des Schutzpatrons Heiliger Erzengel Michael, ist mit der Tradition verbunden und geht auf 1202 zurück. In der letzten Septemberwoche belebt sich das schöne Stadtzentrum. Viele Gastwirtschaften in originellem Ambiente, bieten typische Speisen an. Nur für diese Gelegenheit, in der Woche des Patronatsfestes, wird der schmackhafte, mit Honig und Trockenobst gebackene, Kuchen des heiligen Michael "Dolce di San Michele" zubereitet.
Bagnacavallo ist das ideale Urlaubsziel für Naturliebhaber und Fahrradsportler. Das Städtchen ist Ausgangspunkt für die sieben interessanten Touren in Richtung Adria (siehe Anlage), zwischen den kleinen Städtchen der Romagna und den Naturoasen des Podeltas.
Im nahen Villanova di Bagnacavallo befindet sich das Öko-Museum der Kultur der Sumpfgebiete Ecomuseo della Civiltà Palustre . Eine reiche Sammlung von Manufakturen dokumentiert die Fähigkeit und die Werte eines Lebens zwischen dem Land und der Lagune.