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Bagnara Romagna
 
 
 
 
 
 

Bagnara di Romagna

Festung Rocca Sforzesca

Bagnara di Romagna liegt im Nordwesten, der Ravenna umgebenen, weiten Schwemmlandebene, an den Guelfi Landwegen, die parallel zur Via Emilia laufen und von Bologna bis zur Adria einst Schlösser, Kirchen und Villen miteinander verbanden.

Diese Vergangenheit wird durch Bagnara wahrscheinlich mehr, als durch andere Orte dieses Gebiets vermittelt. Atmosphären und Bilder überspielen sich auf eindrucksvolle Art und Weise mit der heutigen Stadt und der vergangenen, mittelalterlichen Ortschaft.

Bagnara ist das seltene Beispiel eines vollständig erhalten gebliebenen castrum medievale (Befestigungsbau), mit einem zentralen Kern der Festungsanlage, die Festung Rocca Sforzesca, die, so wie sie heute besteht, auf das 15. Jh. zuzuordnen ist, mit der mächtigen Umgrenzungsmauer, mit dem Eingangsturm und vier kleinen Bastionen, die die grüne Begrenzung des Ringgrabens beherrschen. Heute beherbergt die Festung das Schlossmuseum Museo del Castello wo man bedeutende Ausstellungsstücke besichtigen kann, die die Geschichte des Ortes von der Bronzezeit bis hin zum Mittelalter darstellen.

Die Pfarrkirche Sant’Andrea (15.Jh.) ist ebenso ein Besuch wert.  In ihrem Innern werden kostbare Werke aus dem 15 Jh. aufbewahrt. Das Pfarrhaus beherbergt das Pfarr-Museum für religiöse Kunst Museo parrocchiale d’arte sacra, wo ein hölzernes Kruzifix der Donatello-Schule, eine kostbare Sammlung von Andachts-Keramiken und die, aus dem 16.Jh. stammende, Altartafel Madonna e Santi von Innocenzo da Imola zu besichtigen sind. Das Pfarrhaus beherbergt auch das, dem Livorner Komponisten gewidmete, MuseumPietro Mascagni, wo Erinnerungsstücke, Fotografien, Briefe und Partituren ausgestellt sind, die von der, aus Bagnara stammenden, Chorsängerin Anna Lolli der Stadt gespendet wurden.

Eine gute Informationsquelle für die Zeit des Mittelalters ist die Ausgrabungsstätte Prati di Sant'Andrea, die sich ungefähr ein Kilometer südlich vom heutigen Stadtzentrum befindet. Die Oberaufsicht über die archäologischen Güter tätigt seit 2005 Ausgrabungen hier, die ein kleines Dorf zum Vorschein brachten. Dabei handelt es sich mit Sicherheit um das bedeutendste Zentrum einer frühmittelalterlichen und mittelalterlichen Ansiedlung auf diesem Gebiet.

Zwei Kilometer von der Altstadt entfernt, befindet sich die Wallfahrtskirche Madonna del Soccorso. In ihrem Innern wird eine auf Terrakotta gemalte Ikone der Madonna mit Kind beherbergt, die für lange Zeit von Pilgern heimgesucht wurde, im Glauben, dass das Bild der Madonna, das sich auf einer Eiche über einem Brunnen befand, das Brunnenwasser wunderkräftig und heilend machen würde.

Auch die, von einem jahrhundertealten Park umgebene Villa Morsiani, eine der bedeutendsten, historischen Villen der Region, ist einen Abstecher wert. Der, die Villa umgebene, Park besitzt Bäume, die als "grüne Denkmäler" bezeichnet werden, wie eine 30 m hohe Eiche und eine 40 m hohe, schwarze Pappel. Die im 15. Jh. erbaute Villa ist heute, außer der Wohnsitz der Familie Morsiani, auch der Sitz einer Bernhardiner-Hundezucht und eines internationalen Studienzentrums für die Hunderassenselektion.