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Festung Estense

Lugo, vielleicht von lucus Dianae abstammend und der Diana geweihte Ort, ist eines der wichtigsten, ökonomischen und produktiven Zentren der Provinz Ravenna.

Der Altstadtkern, mit der Festung Estense und dem vierseitigen Bogengang, wurde architektonisch im 18. Jh. geprägt und stützt sich auf ein gegliedertes System von Plätzen, Zeuge der Entwicklung und ständigen Erweiterung der ökonomischen und kulturellen Vitalität.     

Die Stadtbesichtigung beginnt an der Festung. Die Festung, heute Sitz des Rathauses, ist ein wichtiges architektonisches Beispiel, für den damaligen Baustil der Befestigungsanlagen. Die mittelalterliche Anlage, wie der zylinderförmige, zinnenbekrönte Hauptturm beweist, lässt Spuren der Restaurierungen erkennen, welcher die Festung in der zweiten Hälfte des 16. Jh. unterstand: Mittelhof mit Bastionen, hängender Garten, Türme und Festungsmauern.

Gegenüber der Festung, befindet sich der andere Anlaufpunkt der Stadt. Ein vierseitiger Bogengang, der 1570 unter Alfonso II d’Este errichtet wurde, um den Markt der Seidenraupenzucht zu beherbergen. Der, als vierseitig geschlossen, konzipierte Bogengang, mit vielen Läden und Werkstätten, war und ist immer noch Mittelpunkt des städtischen Handel- und Kulturaustausches. Auch heute noch erfolgen hier Ausstellungen, Festivals, historische Veranstaltungen, wie die Contesa Estense, önogastronomische Events, wie die Lugolosa, der Wochenmarkt, der Antiquitäten- und Hobbyistenmarkt und die Biennale della Romagnola.

Zwischen der Festung und dem Bogengang erhebt sich das, Franceso Baracca, dem aus Lugo stammenden Helden des I. Weltkriegs, gewidmete Kriegerdenkmal. Auf dem marmornen Flügel sticht das Emblem des Jagdfliegers hervor, das springende Pferd, das später von Enzo Ferrari als Wappen der Automobilfirma von Maranello gewählt wurde. Diesem "Held der Luftwaffe" ist ein Museum gewidmet, in dem das Flugzeug SPAD II ausgestellt ist, mit dem er viele Luftkämpfe in Angriff genommen hat. Jedes Jahr ehrt die Stadt ihren berühmten Mitbürger mit dem Fest des springenden Pferds.

Auf der Westseite des Bogengangs befindet sich das Theater Rossini. Auf dem jährlichen Spielplan stehen wichtige Prosa-Aufführungen, Konzerte und eine internationale Lyriksaison. Das Theater wurde zwischen 1757 und 1759 erbaut und 1859 nach Gioacchino Rossini benannt, der hier in Lugo, Geburtsort seines Vaters, seine erste musikalische Ausbildung erhielt. Liebhaber klassischer Musik werden den Rundgang, der sie zur Casa Rossini, zur Villa Malerbi und zur Kirche delCarmine führt, wo Orgeln aufbewahrt sind, auf denen der junge Rossini übte, nicht missen wollen.

Für eine Besichtigung der Kirchenbauten von künstlerischer Bedeutung, sind zu empfehlen: das Oratorium  Sant’Onofrio, das Gemälde von Ignazio Stern aufbewahrt, die Kirche del Suffragio, mit reicher Innendekoration im Barockstil und die Stiftskirche San Francesco, die einen wunderschönen Kreuzgang (15. Jh.) beherbergt. Am Südeingang der Stadt befindet sich das Oratorium di Croce Coperta (15. Jh.), in der  außerordentliche Freskenmalereien (15. und 16. Jh.) der Ferrareser-Schule zu sehen sind.

Wenige Schritte vom Zentrum entfernt, befindet sich der antike, jüdische Friedhof. Er ist Beweis der Anwesenheit in Lugo, einer großen, jüdischen Gemeinschaft, die vom 16. Jh., bis zum vergangenen Jahrhundert, aktiv an der ökonomischen Entwicklung der Stadt mitwirkte.

Lugo ist berühmt für seinen herrlichen, grünen Park del Loto beim Kanal dei Mulini. Ein Ausflug auf zwei Rädern, inmitten eines Naturpfades auf einem schönen Fahrradweg ist empfehlenswert.